Kuhdammbrücke in Wustermark für Nachhaltigkeit im Bau ausgezeichnet
Die Brandenburgischen Ingenieurkammer (BBIK) hat kürzlich die neue Kuhdammbrücke in Wustermark mit einer Anerkennung des Brandenburgischen Baukulturpreises 2025 ausgezeichnet. Die Kuhdammbrücke über den Havelkanal zeige, dass nachhaltige Infrastruktur nicht immer einen Neubau erfordert. Die 2005 errichtete Brücke war ursprünglich für eine einspurige Fahrbahn mit 4,50 Metern Breite ausgelegt. Mit dem wachsenden Güterverkehrszentrum (GVZ) Wustermark nahm jedoch auch der (Schwerlast-) Verkehr zu. Eine zweispurige Fahrbahn wurde notwendig.
Statt die 76,60 Meter lange Stabbogenbrücke vollständig zu ersetzen, entschieden sich die Verantwortlichen für eine ungewöhnliche Lösung. Nach der Prüfung von fünf Varianten wurde die bestehende Brücke in der Mitte geteilt und um 3,50 Meter verbreitert. Ein neuer Hohlkasten ergänzt das Bauwerk, die Bögen wurden durch aufgeschweißte Laschen verstärkt. Rund 160 Tonnen Stahl kamen für die Verbreiterung hinzu, außerdem wurden die Uferpfeiler mit etwa 520 Kubikmetern Beton angepasst.
Durch den Erhalt großer Teile der bestehenden Konstruktion konnten Ressourcen eingespart werden. Gleichzeitig erwies sich die Lösung als wirtschaftlich günstigste Variante. Für die Brandenburgische Ingenieurkammer ist die Brücke damit ein Beispiel dafür, wie technische Qualität, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit miteinander verbunden werden können. Auch digital ging das Projekt neue Wege: Das Planungsbüro VIC Planen und Beraten nutzte die Maßnahme als Einstieg in Building Information Modeling (BIM). Die digitale Methode erleichtert insbesondere bei Umbauten die Verbindung von Informationen über bestehende und neue Bauteile.
Am 2. September stand die Kuhdammbrücke im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe „Baukultur vor Ort“ der Brandenburgischen Ingenieurkammer und der Brandenburgischen Architektenkammer. 23 Teilnehmer besichtigten das Bauwerk und diskutierten mit Projektbeteiligten über die technischen Herausforderungen und die Zukunft nachhaltiger Infrastruktur. Die Kuhdammbrücke steht damit beispielhaft für die Idee: Zukunftsfähige Baukultur entsteht nicht nur durch Neubauten, sondern auch durch die intelligente Weiterentwicklung des Bestehenden.





