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Samstag, 10. Oktober 2026

Knapp zehn Millionen Euro für die neue Rettungswache in Bad Belzig

Bad Belzig
Spatenstich
Mit vereinten Kräften wurde der symbolische erste Spatenstich vollzogen. Foto: Elke Lange

Der Neubau der Rettungswache mit Katastrophenschutzstützpunkt in Bad Belzig ist offiziell gestartet. Mit dem ersten Spatenstich am Freitag, 25. September, hat der Landkreis Potsdam-Mittelmark den Beginn des rund zehn Millionen Euro teuren Bauprojekts markiert. Bis Mitte 2028 soll an der Brücker Landstraße 13 auf dem Gelände des ehemaligen Verkehrsgartens ein moderner gemeinsamer Standort für Rettungsdienst und Katastrophenschutz entstehen. Zum symbolischen Baubeginn kamen unter anderem Landrat Marko Köhler, Bad Belzigs Bürgermeister Robert Pulz und Architekt Mathias Lauenroth sowie Vertreter aus Verwaltung, Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Planung und Bau zusammen.

Für den Landkreis ist der Neubau vor allem mit Blick auf die Versorgung des ländlich geprägten westlichen Kreisgebietes von Bedeutung. „Im Ernstfall zählt jede Minute“, erklärte Landrat Marko Köhler beim Spatenstich. Wer im Fläming lebt, der weiß, wie weit hier die Wege sind, erklärte er. Gemeint sind die vielen kleinen Orte und reichlich Fläche. Zugleich brauche das Personal, das täglich für andere Menschen im Einsatz sei, zeitgemäße Arbeitsbedingungen.

Mehr Platz für Fahrzeuge und Einsatzmaterial

Das neue Gebäude entsteht auf einem rund 6400 Quadratmeter großen Grundstück. „Es geht nicht darum, ein besonders schönes Gebäude zu bauen, sondern es geht in erster Linie um Funktionalität“, betonte der Landrat. Ein Großteil der Finanzen komme dabei aus dem Bundessondervermögen, aber ein wesentlicher Teil, der der Rettungswache, werde aus Mitteln des Haushaltes finanziert, so wie es die Kreistagsabgeordneten beschlossen haben.
Geplant sind eine Fahrzeughalle, ein zweigeschossiger Sozial- und Funktionstrakt sowie zusätzliche Lager- und Technikflächen. Damit sollen Rettungsdienst und Katastrophenschutz künftig mehr Platz für Fahrzeuge, Material und Logistik erhalten. Der bisherige Standort am Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Bad Belzig wird bereits seit Ende der 1990er-Jahre genutzt. Nach Angaben des Landkreises entsprechen die räumlichen und funktionalen Gegebenheiten dort nicht mehr den heutigen Anforderungen. Vor allem die begrenzten Flächen und die betrieblichen Abläufe stoßen demnach zunehmend an ihre Grenzen.

An der neuen Wache soll die bisherige Fahrzeugausstattung zunächst erhalten bleiben: Vorgesehen sind weiterhin zwei Rettungswagen, ein Krankentransportwagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug. Zusätzlich werden zwei Reserve-Stellplätze eingerichtet. Eine Erweiterung der regulären Fahrzeugvorhaltung ist zunächst nicht geplant.
Noch wenige Wochen vor seinem tödlichen Unfall hatte der Landrat Jan-Rainer Winkelhaus etwas versprochen: Wenn der Bau der neuen Rettungswache beginnt, machen sie den ersten Spatenstich zusammen. Jan-Rainer Winkelhaus leitete die Rettungswache Bad Belzig. Er kannte die alten Räume, die Enge und die Anforderungen an einen modernen Rettungsdienst. Immer wieder hatte er sich für einen Neubau eingesetzt. Im Februar 2026 kam er bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Bevor der erste Spatenstich vollzogen wurde, gab es eine Schweigeminute für Jan-Rainer Winkelhaus. Eine stille Erinnerung an einen Menschen, der sich mit großer Überzeugung für den Rettungsdienst und die neue Rettungswache eingesetzt hatte.

Auch der Katastrophenschutz zieht ein

Auch der Katastrophenschutz bekommt am neuen Standort deutlich mehr Raum. Unter anderem soll dort die Schnelleinsatzgruppe Verpflegung untergebracht werden. Rund 25 ehrenamtliche Helfer stehen für Einsätze bereit. Zum Fuhrpark gehören derzeit ein Mannschaftstransportwagen Verpflegung, zwei Gerätewagen Logistik und ein Gerätewagen mit mobiler Küche. Hinzu kommen zwei Feldkochherd-Anhänger und ein Kühlanhänger. Weitere Reserveflächen sind unter anderem für ein Fahrzeug des Bundes-Zivilschutzes sowie für einen künftig vorgesehenen Spülmobil-Anhänger eingeplant.

Die Zusammenführung von Rettungsdienst und Katastrophenschutz an einem Standort soll auch die Einsatzmöglichkeiten verbessern. Bad Belzig hat für die Versorgung des westlichen Kreisgebietes eine wichtige Funktion. Von der Brücker Landstraße aus lassen sich sowohl das weitläufige ländliche Gebiet als auch wichtige Verkehrsachsen erreichen. Zudem soll der neue Standort bessere Fahrzeugbewegungen ermöglichen.

Fertigstellung für Mitte 2028 geplant

Die planerische Verantwortung für das Projekt liegt bei Architekt Mathias Lauenroth. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Den Auftrag für den erweiterten Rohbau hat die Berger Bau SE erhalten. Nach derzeitiger Planung soll dieser bis Ende 2027 abgeschlossen sein.
Beim Spatenstich dankte Landrat Köhler den beteiligten Mitarbeitern und Unternehmen aus Kreisverwaltung, Stadt Bad Belzig, Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Planung und Bau. Mit dem Neubau werde ein Standort geschaffen, auf den sich die Menschen in Bad Belzig und im Hohen Fläming langfristig verlassen können.

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