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Samstag, 10. Oktober 2026

„Karriere mit Gefühl“: Gerüstbaumeisterin Sina Scheffler aus Plötzin wird bundesweit ein Gesicht des Handwerks

Potsdam Mittelmark
Sina Scheffler 1
Gerüstbaumeisterin Sina Scheffler aus Plötzin wird bundesweit ein Gesicht des Handwerks. Bild: Handwerk.de

Schwindelfrei? „Nicht unbedingt“, sagt Sina Scheffler. Ein bemerkenswertes Bekenntnis für eine Gerüstbaumeisterin, deren Unternehmen Gerüste an Fassaden, in Tunneln, Kraftwerken und für technisch anspruchsvolle Großprojekte baut. Doch auf einem guten Gerüst, sagt sie, fühle sie sich sicher. Und auch sonst hat sich die Unternehmerin aus Plötzin bei Werder (Havel) ihren Platz in einem lange von Männern dominierten Handwerk längst erarbeitet.


Ab 11. September ist Sina Scheffler bundesweit nicht mehr zu übersehen: Auf Großflächen, im Internet und in den sozialen Medien wird die Gerüstbaumeisterin und Geschäftsführerin der Gerüstbau Scheffler GmbH zu einem der Gesichter der bundesweiten Imagekampagne des Handwerks. Auf ihrem Kampagnenmotiv steht über ihrem Porträt der Satz „Karriere mit Gefühl: Erschaff dir Respekt.“ Im begleitenden Film spricht Scheffler über ihren Weg im Gerüstbau, die Bedeutung der Meisterschule, das Miteinander im Beruf und darüber, wie sich die Rolle von Frauen in ihrem Gewerk in den vergangenen 20 Jahren verändert hat.


Ihr persönlicher Weg macht zugleich sichtbar, welche Entwicklungsmöglichkeiten das Handwerk eröffnet: von beruflicher Qualifikation und Meistertitel über Unternehmensnachfolge und Führungsverantwortung bis zum ehrenamtlichen Einsatz für das eigene Gewerk.


Die Dreharbeiten für Film und Kampagnenmotive fanden bereits im Juni statt und waren auch für die erfahrene Unternehmerin ungewohntes Terrain. „Den Dreh habe ich gerne gemacht, auch wenn er mich durchaus gefordert hat,“, sagt Scheffler. Umso gespannter ist sie nun darauf, sich ab 11. September selbst auf Großflächen und in den digitalen Kanälen der bundesweiten Handwerkskampagne zu begegnen.


„Als ich vor etwa 20 Jahren im Gerüstbau angefangen habe, bin ich keiner einzigen Frau begegnet“, erzählt Scheffler im Kampagnenfilm. „Heute hat sich dieses Bild komplett gewandelt. Das ist eine großartige Entwicklung. Inzwischen sind auch deutlich mehr Frauen im Gerüstbau tätig.


Schefflers Berufsweg begann als Verfahrenstechnikerin. 2004 stieg sie zunächst in Teilzeit in den Gerüstbaubetrieb ihres Vaters ein. Sie wollte das Handwerk von Grund auf verstehen und auch fachlich kompetente Ansprechpartnerin für ihr Team sein. 2008 schloss sie deshalb die Meisterausbildung ab. 2012 übernahm sie die Geschäftsführung, zehn Jahre später das Unternehmen. Heute arbeiten bei Gerüstbau Scheffler knapp 40 Beschäftigte.


Gerade die Meisterschule wurde für sie zu einem entscheidenden Punkt ihrer beruflichen Entwicklung. „Das ist so die Zeit gewesen, wo man doch gemerkt hat: Krass, cool, was man alles erreichen kann, was man machen kann. Und da bin ich doch tatsächlich so richtig angekommen“, sagt sie.


Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam und Vorsitzender des Ausschusses Kommunikation beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH): „Sina Scheffler zeigt auf beeindruckende Weise, was Karriere im Handwerk bedeuten kann: Sie hat sich fachlich qualifiziert, Verantwortung für einen Betrieb und seine Beschäftigten übernommen und engagiert sich gleichzeitig weit über das eigene Unternehmen hinaus für ihr Handwerk. Dass sie nun bundesweit für das Handwerk wirbt, freut uns ganz besonders. Sie hat sich diese Rolle als Gesicht der Kampagne durch ihren beruflichen Weg und ihr langjähriges Engagement mehr als verdient. Zugleich ist sie eine glaubwürdige Botschafterin für das westbrandenburgische Handwerk und zeigt jungen Frauen und Männern gleichermaßen, welche Wege ihnen mit einer handwerklichen Ausbildung offenstehen.“


Doch Sina Scheffler engagiert sich nicht nur für den eigenen Betrieb, sondern auch für ihr Gewerk und das Handwerk insgesamt. Sie ist ehrenamtlich als Landesbevollmächtigte Berlin-Brandenburg für das Gerüstbauhandwerk in der Bundesinnung Gerüstbau aktiv. Zudem gehört sie der Vollversammlung der Handwerkskammer Potsdam an und bringt dort ebenfalls ehrenamtlich ihre unternehmerische und berufliche Erfahrung in die Selbstverwaltung des Handwerks ein.


Die Faszination für ihren Beruf ist mit den Jahren gewachsen. Heute reicht das Spektrum ihres Unternehmens vom klassischen Fassadengerüstbau bis zu technisch anspruchsvollen Spezialkonstruktionen. Zu den Projekten, die Scheffler besonders geprägt haben, gehört das Museum Barberini in Potsdam. Auch Tunnel- und Kraftwerksbauten gehören dazu. Bei Spezialprojekten ist das Unternehmen deutschlandweit im Einsatz. Doch unabhängig von Größe und technischer Herausforderung eines Projekts ist Gerüstbau für Scheffler vor allem eines: Teamarbeit. „Man kennt sich, arbeitet eng zusammen, und es entsteht ein familiäres Miteinander, sagt sie.


Genau das verbindet Schefflers persönliche Geschichte mit dem Leitgedanken der bundesweiten Kampagne. „Karriere mit Gefühl bedeutet für mich auf jeden Fall das Miteinander, unabhängig davon, mit wem ich in meinem Alltag im Gerüstbau zu tun habe.“


Die bundesweite Imagekampagne des Handwerks hinterfragt seit März unter dem Motto „Wir machen Karriere mit Gefühl.“ das klassische Bild von Karriere als Wettbewerb, Ellenbogenmentalität und beruflichem Erfolg um jeden Preis. Stattdessen rückt sie Karrierewege in den Mittelpunkt, die mit Sinn, Zusammenhalt, persönlicher Entwicklung und dem sichtbaren Ergebnis der eigenen Arbeit verbunden sind.


Hintergrund zur bundesweiten Imagekampagne des Handwerks
Die bundesweite Imagekampagne des Handwerks steht 2026 unter dem Motto „Wir machen Karriere mit Gefühl.“ Sie richtet sich insbesondere an junge Menschen, die eine herkömmliche Karriere „um jeden Preis“ zunehmend hinterfragen. Das Handwerk stellt diesem klassischen Karrierebild einen Weg entgegen, bei dem Sinn, Zusammenhalt, persönliche Entwicklung und das sichtbare Ergebnis der eigenen Arbeit im Mittelpunkt stehen.

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