Jederitzer Brücke in Rathenow – der Weg zur Sanierung ist jetzt frei
Bei der Geschichte der Jederitzer Brücke im Norden der Altstadtinsel ist ein neues Kapitel in Arbeit. Die Stadtverordneten haben zuletzt der inzwischen fünften Sanierungsvariante zugestimmt. Was diese vorsieht.
Durch den im Mittelalter gegrabenen Stadtkanal fließt Havel-Wasser. Er macht die Altstadt zur Insel. An der einstige Stadtmauer bestand im Norden das Jederitzer Tor mit einer Brücke über den Stadtkanal. Ab 1885 handelte es sich um eine hölzerne Zugbrücke. Sie wurde 1912 zur Hubbrücke umgebaut. 1913 kamen ein eigener Fußgängerbereich samt Jugendstilelementen hinzu.
Bereits kurz nach Freigabe seien immer wieder Störungen aufgetreten, wie Rathenows Bauamtsleiter Mathias Remus in der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung (SVV) am 7. Juli 2026 anmerkte. Denn in der SVV stand die Abstimmung über die mittlerweile fünfte Variante zur Sanierung der denkmalgeschützten Brücke auf der Tagesordnung.

Bereits in den 1990er Jahren teilweise saniert, wurde die Brücke – per SVV-Beschluss Ende 2019 – für den Kraftverkehr komplett gesperrt, nachdem er in den Jahren zuvor nur noch einspurig zugelassen war. Poller und später zusätzliche Höhenbegrenzungselemente verengten die Fahrbahn auf 2,20 Meter. Nach Beschluss des Bauausschusses im März 2023 legte ein Ingenieurbüro im Frühjahr 2024 ein Gutachten zu den Widerlagern der Brücke vor.
Grundsätzlich gab es zwei Möglochkeiten: Neubau oder (Teil-)Instandsetzung mit Restaurierung. Im September 2025 fand ein Vor-Ort-Termin mit Stadt, Planungsgesellschaft und Denkmalschutz statt. Städtischerseits wurde eine Einigung zur Erarbeitung eines Konzepts zur Instandsetzung der Brücke, insbesondere zur Freigabe für den motorisierten Verkehr angestrebt.
Die Planungsgesellschaft erarbeitete daraufhin drei Varianten zur Brückensanierung, die im Bauausschuss im November 2025 vorgestellt wurden. Im Dezember 2025 schälte sich hier eine vierte Variante heraus, die in der SVV im gleichen Monat mehrheitlich beschlossen wurde. Diese sah den normgerechten Ausbau von Straße und Geh- und Radweg (rechts/links) vor – mit Abriss der einseitigen Fußgängerbrücke mit Treppenstufen und denkmalgeschützten Jugendstilelementen des Eisengeländers. Nachdem der Denkmalschutz diese abgelehnt hatte, einigte man sich auf die fünfte Variante.
Variante 5 beinhaltet im Kern den Erhalt des denkmalgeschützten Fußgängerbereichs mit dem Jugendstil-Geländer. Dieser stellt die verbliebenen Reste aus früheren Zeiten dar. Hubmechanismus existiert längst nicht mehr. Parallel werden Fahrbahn, – Fuß- und Radweg gebaut. In westlicher Richtung wird die Brücke etwas verbreitert. Für Bauamtsleiter Remus stelle diese Variante einen annehmbaren Kompromiss mit dem Denkmalschutz dar, der nach vielen Jahren eine Verkehrswegeeinschränkung beseitigt. Nach kurzer Diskussion stimmten die 25 anwesenden SVV-Vertreter – bei einer Enthaltung- der städtischen Beschlussvorlage zu. Damit ist der Weg zur Sanierung der Jederitzer Brücke nun frei und könnte 2027/2028 erfolgen.





