Inga Gehricke seit dem Abend des 2. Mai 2015 verschwunden – Was geschah mit ihr auf dem Wilhelmshof nahe der Bundesstraße B188?
2. Mai 2015: Was war da los, wieso könnte man auf der Bundesstraße 188 weit gefahren sein? Vielleicht waren Rathenow und das nahe Premnitz die Reiseziele von Leuten, die aus Westen kommend erstmals die örtlichen Beiträge zur dezentralen Bundesgartenschau (Buga) Havelregion besuchten und danach wieder nach Hause fuhren.
Der Mond befand sich in zunehmender Phase. Das Wetter war durchaus ausflugstauglich. Bekanntlich war die Buga 2015 bei eher kühlen Temperaturen im April gestartet. Veranstaltungsorte zwischen Brandenburg an der Havel und Havelberg waren auch Stölln, Premnitz und Rathenow im Landkreis Havelland, der über die B188 mit dem Landkreis Stendal verbunden ist. Die Tageshöchsttemperaturen lagen bei etwa 15 Grad.
Familie Gehricke aus Schönebeck zog es am 2. Mai 2015, ein Samstag, nicht zur Buga Havelregion, sondern zum mittig zwischen den Städten Gardelegen und Stendal (Sachsen-Anhalt) gelegenen Wilhelmshof bei Uchtspringe. Hier sollte es zu einem vergnüglichen Treffen mit anderen Familien kommen. Das ZDF hat Anreise und Reisegrund in „Aktenzeichen XY“ vom 29. Juli 2026 nachgestellt. Ferner ist hier zu sehen, wie der gemeinsame Nachmittag verlief.
Der Abend endete überaus dramatisch. Bald nach 20.00 Uhr wurde die Polizei darüber informiert, dass das jüngste Kind, die fünfjährige Inga Gehricke, vor Ort nicht aufzufinden ist. Sie blieb bis heute verschwunden. Ein polizeilicher Aufruf in „Aktenzeichen XY“ ging an Leute, die am Abend des 2. Mai 2015 in der Gegend unterwegs waren, eventuell das kleine Mädchen mit den pinkfarbenen Spangen im blonden Haar selbst sahen oder über digitales Material verfügen. Die Polizei interessiert sich insbesondere für alle noch verfügbaren Dashcam-Aufnahmen aus Fahrzeugen, die auf der B188 unterwegs waren, die zwischen Uchtspringe und dem Wilhelmshof verläuft.
Erste Berichte über die am Abend des 2. Mai 2015 begonnene, großangelegte Suchaktion der Polizei zeigen die zahlreichen Beamten im Wald. Dass womöglich an falscher Stelle gesucht wurde, legt eine MDR-Doku in der Reihe „exactly“ nahe, die zehn Jahre nach Verschwinden des Mädchens veröffentlicht wurde. Gedreht wurde unter anderem auf dem Wilhelmshof, auf dem sich am 2. Mai 2015 mehr als 100 Leute aufgehalten haben sollen.
Zwei MDR-Redakteurinnen und ein -Redakteur durften sich für die Doku in die Fallakte hineinarbeiten. Sie haben „Erstkontakt“ zu einem Schlagwort gemacht. Erläutert wird, dass Inga Gehricke vor ihrem Verschwinden seltsam in sich gekehrt gewirkt haben soll, als würde sie unter Druck stehen und sich während des späten Nachmittags fragen „soll ich oder soll ich nicht?“. Eine MDR-Hörsendung zum Hintergrund der TV-Doku vertieft das Thema noch weiter.
Die Ermittlungen der Polizei wurden vier Jahre nach Verschwinden eingestellt. Inga wurde zu einem sogenannten Cold Case. Auch auf landespolitischen Druck hin wird wieder ermittelt. Seit 2023 ist die Ermittlungs-/Prüfgruppe „Cold Case Wald“ vom zuständigen Fachkommissariat für Straftaten gegen das Leben und die Gesundheit der Polizeiinspektion Halle (Saale) zuständig. Hinweise werden dort per Telefon unter 0345/224-1291 oder per E-Mail an cold-case-wald@polizei.sachsen-anhalt.de entgegengenommen.





