In Friesack zeigt der Landkreis Havelland, wie er die Bevölkerung schützt
Erst- und letztmals: Im Havelland wurde 2013 ein Katastrophenalarm ausgelöst. Welche Gefahrenlagen entstehen können, zeigt sich am 30. Mai 2026 in Friesack. Es ist havelländischer Tag des Bevölkerungsschutzes.
Nach der Premiere vor zwei Jahren lädt der Landkreis Havelland erneut nach Friesack ein. Aktionsort am Samstag, 30. Mai 2026, ist erneut das Feuerwehrtechnische- und Katastrophenschutzzentrum (FTZ) in der Berliner Allee 30. „Erleben Sie hautnah, wie die verschiedenen Einsatzkräfte im Ernstfall zusammenarbeiten, welche Technik zum Einsatz kommt und wie vielfältig die Aufgaben im Bevölkerungsschutz sind“, wie die Kreisverwaltung einlädt. „Freuen Sie sich auf ein vielfältiges und spannendes Programm mit zahlreichen Highlights.“
Der Tag des Bevölkerungsschutzes (10.00 bis 16.00 Uhr) verbindet Information, Erlebnis und Begegnung und wird so zu einem Tag für die ganze Familie. Über die eigentliche Motivation lässt Landrat Roger Lewandowski wissen, dass Aufgaben, Strukturen und Herausforderungen im Bereich Gefahrenabwehr und Katastrophenschutz vermittelt werden sollen. „Jüngste Ereignisse wie die in Berlin haben die Relevanz des Themas in der Öffentlichkeit auf leidvolle Weise verdeutlicht“, so Michael Koch, Beigeordneter und zuständiger Dezernent.
Kochs Dezernat III ist das „Referat für Brand-/Bevölkerungsschutz und Rettungsdienst“ angegliedert. Zu dessen Aufgabenbereichen gehören unter anderem „Katastrophenschutz und zivil-militärische Zusammenarbeit“ sowie „Zivile Verteidigung, Zivil- und Bevölkerungsschutz“. Auch der Betrieb des FTZ in Friesack untersteht dem Dezernat III.
Dessen Errichtung ist direktes Ergebnis des Jahres 2013, als erst- und letztmals der Katastrophenfall im Havelland ausgerufen wurde. Nach Deichbruch bei Fischbeck (Sachsen-Anhalt) bedrohte Elbewasser westliche Teile des Landkreises. Zum Glück blieb die Katastrophe dort aus.
Die fünf Städte, fünf amtsfreien Gemeinden und die drei Ämter im Landkreis Havelland sind jeweils selbst Träger des Brand- und Bevölkerungsschutzes – angeschlossen an die überregionale Leitstelle in Potsdam. Dort gehen Notrufe über 112 ein. Würde sich eine überörtliche Katastrophe anbahnen, übernimmt das FTZ in Friesack. Am Aktionstag werden auch Führungen im Katastrophenschutz-Stabsraum angeboten. Im Fall der Fälle wäre das die Schaltzentrale.
Der großflächige winterliche Stromausfall in Berlin, auf den Michael Koch anspielt, hat bei vielen das Thema Bevölkerungsschutz ins Bewusstsein gerufen. Im Landkreis können in solchen Fällen sogenannte Katastrophenschutzleuchttürme (KatS-Lt) eingerichtet werden – mindestens einer in jeder amtsfreien Stadt und Gemeinde sowie in den Ämtern. Bis zu 18 KatS-Lt sind möglich. Die Standorte finden sich auf digitalen Info-Flyern, die auf www.havelland.de zu finden sind. Ein anderer Flyer ist überschrieben mit: „Blackout – Was tun, wenn der Strom ausfällt“.
Wer analoge Hinweise und Informationen sammeln möchte, wird am Tag des Bevölkerungsschutzes sehr gut versorgt. Wer einfach nur Technik, Retter und andere Katastrophenschützer erleben will, ist an diesem Samstag in der Berliner Allee 30 ebenso richtig.





