Havel, Seen und Kanäle: „Rathenow am Wasser des Lebens“
Zelttage im Stadtzentrum – Was war das denn? Es handelte sich um eine Initiative des Bündnisses „Christen für Rathenow e.V.“. Hier ein Blick zurück. Von Martin Sommerfeld
Im Zeitraum vom 31. Mai bis 14. Juni 2026 konnten die Rathenower auf dem unbebauten Areal an der Ecke Bergstraße/Brandenburger Straße ein großes Veranstaltungszelt entdecken. Den durch ihren christlichen Glauben verbundenen Menschen war bekannt, dass der Zeltaufbau auf Initiative des Bündnisses „Christen für Rathenow e.V.“ erfolgte. Die Zelttage standen unter dem Motto „Die Christen in Rathenow suchen der Stadt Bestes“.
Ziel der Veranstaltungsreihe war es, möglichst viele Menschen zusammenzubringen und das gegenseitige Kennenlernen zu fördern. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Indianer Pionier Mission e.V. (DIPM), der bereits seit 1962 mit den Zelttagen Menschen in ganz Deutschland zusammenführen möchte, konnte dieses Vorhaben auch in der Optikstadt erfolgreich umgesetzt werden. Ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen Veranstaltungen und einer großen Themenvielfalt prägten die insgesamt 14 Zelttage.
Zu den zahlreichen Unterstützern der Veranstaltungsreihe gehörte auch Johanna Schulze, Mitglied der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Baptisten) in Rathenow. Aufgrund ihrer langjährigen und vielfältigen Zusammenarbeit mit dem Rathenower Heimatbund e.V. entstand bereits im Vorfeld die Idee, auch den Verein zu den Zelttagen einzuladen.
Als Grafikdesignerin hatte Johanna Schulze in der Vergangenheit mehrere Sonderausgaben des Rathenower Heimatkalenders maßgeblich mitgestaltet. Dem Heimatbund ist sie bis heute eng verbunden. Eine Abordnung des Vereins nahm am Nachmittag des 13. Juni gern an der Veranstaltung „Rathenow am Wasser des Lebens“ im Veranstaltungszelt teil. Gemeinsam mit rund 50 weiteren interessierten Besuchern verfolgten die Vereinsmitglieder mit Interesse die gut aufbereitete Vortragsreihe.
So erläuterte Johanna Schulze in ihrem Vortrag die Bedeutung des Wassers für die Region – von der frühen Besiedlung bis hin zur wirtschaftlichen Nutzung der Wasserwege. Dabei machte sie deutlich, dass Fluss und Kanäle die Entwicklung der Stadt und Region über viele Jahrhunderte entscheidend geprägt haben.
Der von ihr präsentierte chronologische Zeitstrahl reichte vom 8. Jahrhundert bis in die Gegenwart und verdeutlichte, dass von der einstigen wirtschaftlichen Bedeutung des Wassers heute nur noch wenig sichtbar geblieben ist. Mit dem Niedergang der Ziegelproduktion im späten 19. Jahrhundert sowie dem Ausbau neuer Verkehrswege wurden Rohstoffe und Güter zunehmend auf der Straße und der Schiene transportiert. Die Schifffahrt auf der Havel verlor dadurch erheblich an Bedeutung. Heute ist es vor allem der Wassertourismus, der den Flussläufen und Kanälen der Region noch eine wirtschaftliche Rolle verleiht.
Jens Hubald, Vorstandsvorsitzender der Rathenower Wohnungsbaugenossenschaft, widmete sich in seinem Vortrag dem „Energetischen Quartierskonzept“. Dabei stellte er Überlegungen vor, künftig die Energie des Havelwassers mithilfe eines Flusswasserkraftwerks zur Wärme- und Energieversorgung zu nutzen und dadurch eine weitgehende Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern zu erreichen. Ein bemerkenswertes Vorhaben zur Bewahrung der Schöpfung, wie Johanna Schulze schlussfolgerte.
Untermalt wurde dieser Zeltnachmittag durch musikalische Beitrage des Rathenower Percussion Ensembles und Sologesang von Simone Kroh. Den Abschluss der Vortragsreihe gestaltete Pfarrer Hardy Enseleit von der evangelischen Sankt-Marien-Andreas-Kirchengemeinde. In seinem Vortrag beleuchtete er die besondere Bedeutung des Wassers in der christlichen Glaubenstradition. Abschließend nutzten die Besucher die Gelegenheit, sich bei Kaffee, Kuchen und Getränken zu stärken sowie miteinander ins Gespräch zu kommen. Indessen war die kleine Abordnung des Heimatbunds nicht nur als Zuhörer gekommen, sondern präsentierte den Gästen auch die bislang vom Verein herausgegebenen Hefte und Broschüren, die vor Ort auch erworben werden konnten.





