Gärten im Havelland – hier flattern mehr als nur zwei Meisenarten
Von Schönwalde bis Milow: In havelländischen Gärten ist richtig was los. Zumindest sehen das diejenigen so, die gern und häufig Vögel beobachten. Die gefiederten Gäste nach ihrem Aussehen zu bestimmen, stellt aber für viele eine zu hohe Kunst dar. Der NABU Deutschland hilft dabei.
Die Zahl der im Havelland heimischen Arten ist insgesamt weit höher. Aus der letzten „Stunde der Gartenvögel“ im Mai 2026 resultiert beim NABU Deutschland ein Ranking unter 82 gemeldeten Arten. Ganz vorn liegt der Haussperling. Ihn von einem Feldsperling (Platz 7) zu unterscheiden, ist sicher schon erheblich schwerer als die Unterscheidung von Kohlmeise (5.) und Blaumeise (8.). Allerdings dürften viele Zeitgenossen von den weiteren im Ranking vertretenen Meisenarten – so Schwanzmeise (25.), Haubenmeise (40.), Sumpfmeise (42.), Tannenmeise (56.) und Weidenmeise (59.) – noch nicht mal etwas gehört haben.
Die 189 Leute, die sich in 131 havelländischen Gärten an der Aktion beteiligten, zählten binnen einer Stunde insgesamt 4.089 Vögel. Die am häufigsten vertretene Meisenart kam auf 254, die seltenste auf fünf Sichtungen. Für alle Vögel im Internet-Ranking gibt es Artenbeschreibungen und weiterführende Informationen per Klick. Beispielsweise heißt es über die in Deutschland nicht gefährdete Weidenmeise: „Ungewöhnlicherweise zimmert die Weidenmeise ihre Bruthöhlen selbst. Dafür benötigt sie am besten morsches Holz, teilweise nutzt sie auch die Vorarbeit von Spechten. Damit beginnt sie schon früh im Jahr. Aufgrund ihrer Reviertreue bleibt ein Paar häufig lange zusammen.“
Dass sie eher selten durch Gärten flattern oder städtische Balkonkästen ansteuern, hat einen nachvollziehbaren guten Grund. Weidenmeisen sollen in Mischwäldern mit dichter Unterholzschicht, in Weiden, Erlen und Pappeln leben. Die Weidenmeise gilt überwiegend als ein Jahresvogel, der auch im Winter in Deutschland bleibt. Daher könnte es bei der nächsten „Stunde der Wintervögel“ zu erneuten Sichtungen kommen. Die bundesweite Aktion wird zum 8. bis 10. Januar 2027 angekündigt. Im Winter 2026 kam es unter Beteiligten im Landkreis Havelland zu 14 Sichtungen.





