Fischerfest 2026 in Ketzin/Havel mit neuer alter Königin und großem Fang
Mit ihrem 33. Ketziner Fischerfest setzte vom14. bis 16. August 2026 die 1197 erstmals erwähnte Havelstadt eine Jahrhunderte alte Tradition fort, die allerdings gegen Ende des 19. Jahrhunderts eingeschlafen war und erst am 19. und 20. August 1939 mit wechselnden Jahresabständen neu belebt wurde.
Während einst um 18.00 Uhr die städtischen Sirenen vom Beginn des Festes kündeten, übernahm bei der 33. Auflage am Freitagabend um 18.00 Uhr Bürgermeisterin Katrin Mußhoff die Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste aus dem ganzen Havelland und Fischerkönigin Joane Brömme in ihrem neuen zartblauen Kleid die offizielle Eröffnung. Sie hatte kurz zuvor von Fischermeister Lutz Schröder die Schärpe für ihre zweite Amtszeit 2026/27 überreicht bekommen. Die Plauer Schützengilde unterstrich den feierlichen Akt mit ihren weit über das Festgelände und die Havel hallenden Salutschüssen.

Während der vielen Stunden bunter, abwechslungsreicher Programme auf den zwei Bühnen ermöglichte die Stadt dankenswerterweise auch Auftritte für Ketziner Gruppen wie dem Blasorchester, den Akki-Harmonists und Karlson.
Besonderer Wert wurde auf die Fortsetzung der überlieferten Traditionen gelegt. Neben dem Höhenfeuerwerk am Freitagabend gehörte das bunte Bild des Festumzuges dazu. Und das mit fast 300 Beteiligten unter dem Motto „Ketzin/Havel – Bühne frei“, das den Ketziner Gruppen und Vereinen quer durch die Altstadt wieder eine Bühne ideenreicher Präsentationen gab.
Traditionell dabei natürlich Friedrich Wilhelm III. mit seiner Luise und einstigen städtischen Honoratioren. Ganz vorne dabei die Seniorensportlerinnen, die gleich vor der Bühne ihre sportlichen Aktivitäten präsentierten. Die Drei Musketiere zogen kurz ihre Degen, ein Stück weiter traten die Beatles auf und es wurde Karneval in Venedig gefeiert. Für bunt gekleidete kleine und große Zirkuskünstler, die auch schon mal auf der Straße ihre Kunststücke zeigten, waren die vielen Zuschauer ebenso ein dankbares Publikum wie für den Cirque de la Krawall mit dem riesigen Elefanten, gestaltet von der Gruppe Caro und Freunde, die in vielen Stunden ihrer Freizeit alljährlich für den Festumzug eine spezielle Überraschung kreieren und selbst mit viel Spaß den Ketzinern und ihren Gästen präsentieren.
Cheforganisatorin Birgit Behr und Udo Feist stellten sie alle auf dem Marktplatz mit ihren launigen Sprüchen vor. Sehr schöne Geste am Rande: Das Ketziner Seniorenheim hatte es ermöglicht, dass Bewohner auf ihren Rollstühlen auf dem Marktplatz in der ersten Reihe das bunte Bild erleben durften.
Während dessen hatte Fischermeister Lutz Schröder an der Havelpromenade schon gemeinsam mit der Fischerkönigin das „große Garn“, wie es einst hieß, das rund 400 Meter lange Schleppnetz in der Havel ausgelegt und letztendlich mit viel Muskelkraft mehrerer Fischer per Hand ans Ufer gezogen.
Was einst auf dem Trebelsee geschah, konnten mehrere hundert Besucher hier live erleben, den großen Fischzug, mit einem beachtlichen Fang! Wie Auktionator Udo Feist gestand, wurden ihm nach fast einer Stunde Fischpräsentation und Versteigerung langsam die Arme lahm. Schließlich galt es, alle die schweren Welse, Hechte und Zander wirksam zur Versteigerung anzubieten.
Schnell waren die Gebote für einen Beutel Aale von 30 auf 160 Euro geschnellt. Peter Radü hatte sich dafür gleich eine Kühlbox mitgebracht. Mit den Aalen und dem Zander war sie voll. „Die Aale werden gebraten, der Zander gebacken“, verriet er. Ein 7 Kilogramm Wels ging nach Berge. Wilfried Gutsche ersteigerte ihn für 50 Euro.
Nur der „Star“ des Tages, ein Wels von geschätzten 30 kg und 1,50 Länge, blieb im Netz. Der Präsentation durch den Fischermeister hatte er sich erfolgreich erwehrt. Die 150 Euro Mindestgebot blieben unübertroffen. „Dann wird er filetiert“, meinte der Fischermeister und verriet den Zuschauern, dass er von den Einnahmen der Versteigerung 300 Euro an die Ketziner Jugendfeuerwehr spenden werde.
Vor mehr als 100 Jahren war die Tradition eine andere. Damals bekamen die Honoratioren der Stadt den Fang überreicht, aber gespielt und getanzt und ein fröhliches Fest gefeiert wurde immer – wie auch 2026. Und für 2027 wird das 34. Fischerfest vorbereitet, und dafür bald eine neue Fischerkönigin gesucht.











