Erneuerung der Trinkwasserleitung Mahlenzien – Kirchmöser abgeschlossen – Straße wieder frei
Auch der zweite Abschnitt zur Erneuerung der BRAWAG-Trinkwasserleitung von Mahlenzien nach Kirchmöser ist vollendet. Nach zweijähriger Bauzeit ist das Gesamtprojekt damit abgeschlossen. Im Beisein von Oberbürgermeister Daniel Keip und von Vertretern der am Bau Beteiligten wurde die Mahlenziener Straße wieder für den Verkehr freigegeben.
Das Projekt umfasste rund sechs km Leitungslänge und war in zwei europaweit ausgeschriebene Bauabschnitte unterteilt – Bauabschnitt 1 verlief auf 4,5 km Länge vom Wasserwerk Mahlenzien bis zum Ortseingang Kirchmöser, es folgte der etwa 1,5 km lange Bauabschnitt 2 bis zum Büdnerweg. Die Erneuerung der einzigen Zubringerleitung nach Kirchmöser und Plaue sowie angrenzende Gemeinden ist für die Versorgungssicherheit dieses Bereichs essenziell. Eine langlebige Leitung aus Polyethylen (PE-HD) ersetzt nun die alte Stahlleitung (DN 500) aus dem Jahr 1965.
Der reibungslose Ablauf des 7,4 Millionen teuren Vorhabens, insbesondere die Einhaltung des Budgets und der geplanten Bauzeit, sind das Resultat der guten Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten. Dazu zählt unter anderem die bauausführende Arbeitsgemeinschaft (ARGE), bestehend aus der Ingenieur-, Tief- und Gleisbau GmbH und der TRP Bau GmbH, das Planungsbüro GIP Gesellschaft für Infrastrukturplanung Brandenburg GmbH und die Archäologen der pmp Projekt GmbH.
Von den Gesamtkosten entfielen allein 258.000 Euro auf naturschutzrechtliche Belange, wie Artenschutzmaßnahmen und Walderhaltungsabgaben. Weitere 120.000 Euro mussten für die fachgerechte Entsorgung von alter Stahlwerksschlacke, die als Straßenunterbau verbaut worden war, aufgewendet werden.
Einen erheblichen Teil des Budgets nahm auch die archäologische Baubegleitung in Anspruch. Dem hierauf entfallenden Posten von 381.000 euro stehen allerdings zahlreiche im Rahmen der Grabung dokumentierte Funde gegenüber. Ausweislich des Abschlussberichts der pmp Projekt GmbH war das Spektrum vielschichtig und reichte von Gebrauchskeramik aus vorrömischer Eisenzeit über Fragmente eines Backtellers bis zum unerwarteten Fund menschlicher Knochenreste, die am ehesten einer frühslawischen Feuerbestattung zugeschrieben werden.
Anlässlich der nun erfolgten weiteren Untersuchung eines bereits länger bekannten bronze- und ältereisenzeitlichen Gräberfeldes am Mühlenberg in Kirchmöser konnten die Archäologen 33 Brandbestattungen dokumentieren und bergen, davon 25 Urnenbestattungen. Von besonderem Interesse war für die Archäologen beispielsweise der Befund einer Brandbestattung, die in einem Behältnis aus organischem Material wie Leinen oder Leder erfolgt war. Als Grabbeigaben konnten hier unter anderem ein eiserner Gürtelhaken, eine Gewandnadel, ein tönerner Spinnwirtel, ein bronzener Segelohrring sowie das Fragment einer blauen Glasperle aufgefunden werden.





