Erhard Winkler aus Falkensee mit Verdienstkreuz ausgezeichnet
Man muss von jemand anderem vorgeschlagen werden und ein besonderes ehrenamtliches Engagement haben, dann kann einem passieren, was Erhard Winkler in dieser Woche erleben durfte. Am Donnerstag, 12. Februar 2026, hat der Falkenseer von Landrat Roger Lewandowski im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für sein „außerordentliches und engagiertes Wirken, das er mit großem persönlichem Einsatz und unter Zurückstellung eigener Interessen“ erbringt, erhalten.
Zu feierlichen Übergabe der Auszeichnung traf man sich im Schloss Ribbeck, wo der kleine Salon einen würdigen Rahmen für den Anlass bot. Der inzwischen 90-jährige Winkler wurde von Teilen seiner Familie und engen Freunden begleitet. Sein Alter ist übrigens kein Grund für ihn, kürzer zu treten. Getreu dem Motto „Wer rastet, der rostet“ ist Winkler seit vielen Jahren und weiterhin engagiert in mehreren Projekten und Initiativen dabei.
Der in Berlin-Neukölln geborene Winkler ist seit Ende der 90er Jahre in Falkensee wohnhaft und längst dort angekommen und verwurzelt. Nachdem seine Frau verstorben war, haben ihn seine Tochter und die Enkel dazu gedrängt, aktiv zu bleiben und etwas zu unternehmen, auch um Einsamkeit vorzubeugen. Das hat Winkler mit viel Enthusiasmus getan.
Mit 81 Jahren hat er angefangen sich in die Kommunalpolitik einzubringen und stellte seine Tatkraft im CDU Ortsverband Falkensee zur Verfügung, übernahm Bürodienste und alles andere, was halt so anfiel. Dann folgten Mittelstandsvereinigung, Wirtschaftsunion, Seniorenunion und die überparteiliche Europa-Union, er ist seit 2020 im Seniorenbeirat der Stadt Falkensee und wurde vor kurzem erneut in diesen Posten gewählt – natürlich alles ehrenamtlich. Und weil das noch nicht genug ist, organisiert er die Kaffeenachmittage der Seniorenunion und Spielenachmittage im Katharinenhof in Dallgow-Döberitz.
Er sucht das Gespräch, er hört zu, nimmt Sorgen ernst und hilft, wo er kann. Er kümmert sich um praktische Anliegen, „die auf der Straße liegen“, wie es Lewandowski in seiner Laudatio formulierte, setzt sich mit Nachdruck für barrierefreie Übergänge und Ampeln ein, für Glascontainer an den richtigen Stellen, bietet Fahrservice an, hat den Seniorentreff in Finkenkrug auf dem Gelände des Sportvereins ins Leben gerufen und noch vieles mehr.
Man könne sich gar nicht vorstellen, wie er das alles in 24 Stunden so reinbekommt, aber Winkler sagt mit einem Augenzwinkern, er hätte noch Kapazitäten frei. Und ans Aufhören denkt er noch lange nicht.





