EEW in Premnitz – Wo jetzt viel Strom gespeichert werden kann
Bereits seit August 2026 ist der Batteriespeicher am Standort Premnitz von EEW Energy from Waste mit einer Leistung von sieben Megawatt und einer Speicherkapazität von 15 Megawattstunden regulär im Einsatz. Am 10. September 2026 wurde er unter dem Motto „Volle Ladung Zukunft“ symbolisch in Betrieb genommen.
Es handelt sich deutschlandweit um den ersten Batteriespeicher, der in das Energiesystem einer thermischen Abfallverwertungsanlage integriert wurde. Dem Premnitzer Vorbild sollen nun weitere EEW-Standorte folgen.
Während die Anlage bei Verbrennung anderweitig nicht verwertbarer Abfälle Fernwärme produziert, erzeugt sie auch Strom. Die Neuinvestition sorgt dafür, dass kostbare Elektroenergie gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt bereitgestellt werden kann. Man kennt das Problem aus der Windkraft, wo Anlagen einfach stillstehen, wenn Netze überlastet sind.
„Mit dem Regelbetrieb schließen wir ein Projekt ab, bei dem wir an vielen Stellen Neuland betreten haben. Entscheidend ist für uns jetzt, die Erfahrungen aus Premnitz für die nächsten Projekte zu nutzen“, so EEW-Projektleiter Christian Schüttenhelm. „Die Genehmigungslage ist schwierig. Wir würden gern weiter investieren“, so EEW-Finanzgeschäftsführer Stefan Schmidt.
„EEW hat in den letzten Jahren immer wieder in die Modernisierung des Premnitzer Standorts investiert. Seit 2024 liefern wir nicht nur Fernwärme für Premnitz, sondern auch für Brandenburg/Havel. Das aktuelle Projekt lief unfallfrei und weitestgehend in der Zeit und im Budget. Jetzt hoffen wir auf ‚Premnitz II‘, so der Kaufmännische EEW-Geschäftsführer Rüdiger Bösing.
Eine Videobotschaft zur symbolischen Inbetriebnahme hatte Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) geschickt: „Die nächste Etappe der Energiewende sind Speichertechnik und leistungsfähige Netze für flexible Erzeuger und Verbraucher. Dieser erste Batteriespeicher eines Abfallverwertungsunternehmens ist eine Chance für Brandenburg. Das Land wird sich weiter beim Bund dafür einsetzen, um Speichertechnik-Umsetzung zu erleichtern“.

„Wir produzieren Strom für unter fünf Cent pro Kilowattstunde. Der Speicher lief bisher stabil, und für die moderne Lithium-Eisenphosphat-Speichertechnik werden 10.000 Zyklen garantiert“, sagte Tricera-Projektentwickler Lars Fallant. Ein Speichermodul mit einer Kapazität von rund 104 Kilowattstunden enthalte etwa 100 einzelne Zellen und entspreche der Leistung einer „Tesla“-Autobatterie“, erklärte Stefan Ziegler, Technischer EEW-Geschäftsführer. Er ist Klaus Piefke zum 1. Juni 2026 in der Position nachgefolgt und somit neuer Standort-Chef in Premnitz. In jedem der drei Container sind 48 Module verbaut. Auch Volkswagen in Wolfsburg nutzt Lithium-Eisenphosphat-Speichertechnik.
Die Errichtung des Batteriespeichers auf dem Fundament des alten, abgerissenen 119 Meter hohen Schornsteins begann im November 2025 in Kooperation mit der in Dresden ansässigen Tricera energy GmbH. „Das Projekt ist von wichtiger Bedeutung für unseren traditionsreichen Industriestandort und dessen Weiterentwicklung“, drückte Bürgermeister Thomas Rosenberg (parteilos) seinen Stolz aus.





