Dorit Stawecki wird Verwaltungschefin – Gewählt mit sieben Stimmen
Im Amt Nennhausen und in der Stadt Ketzin/Havel gibt es sie schon länger. Im Amt Rhinow wird demnächst die nächste Frau als hauptamtliche Verwaltungschefin tätig.
Dorit Stawecki aus Wolsier (Gemeinde Havelaue) hat sich im Bewerbungsverfahren um den Posten des Amtsdirektors bzw. der Amtsdirektorin durchgesetzt. Sie wird Nachfolgerin von Jens Aasmann, der keine dritte achtjährige Amtszeit angestrebt hatte und Ende Juni 2026 in den Ruhestand geht.
Eine Frau als Boss hat das Amt Rhinow noch nie erlebt. Im Amt Nennhausen wurde das in den zurückliegenden 20 Jahren zur Normalität. 2006 wurde Angelika Thielicke zur Direktorin, 2016 wurde Ilka Lenke zu ihrer Nachfolgerin.
In den Kommunalverwaltungen des Landkreises Havelland hat nur eine weitere Frau die Spitzenposition inne. Das ist die 2022 in der Stadt Ketzin/Havel gewählte Katrin Mußhoff, die seit Januar 2023 die Bürgermeisterin ist. Im Havelland bestehen vier weitere amtsfreie Städte sowie fünf amtsfreie Gemeinden – allesamt mit hauptamtlich tätigen und vom Volk direkt gewählten Bürgermeistern. Ferner bestehen drei Ämter mit amtsangehörigen Gemeinden. Hier wird anders gewählt. Am 23. April 2026 in Kleßen-Görne genügten Dorit Stawecki sieben Stimmen.
Regulär abgestimmt wurde im Amtsausschuss, den die Spitzen der sechs amtsangehörigen Gemeinden bilden. Den Vorsitz übt der Bürgermeister der Stadt Rhinow, Stefan Schneider, aus. Maximal hätte Stawecki hier zehn Stimmen erhalten können.
Im Unterschied zu Ortsteilen amtsfreier Kommunen verfügen amtsangehörige Gemeinden weiter über ehrenamtlich tätige Bürgermeister und Bürgermeisterinnen. Auch sie werden vom Volk gewählt, wobei es ihnen alle acht Jahre obliegt, die hauptamtlichen Spitzenpositionen zu vergeben.
Wer sich bewirbt, muss viele hohe Qualifikationen nachweisen, die in den Ausschreibungen aufgezählt werden. Im Amt Rhinow war der Ausschreibung eine Initiative vorangegangen: Amtsfreie Großgemeinde oder weiter wie bisher? In den Gemeindevertretungen fand sich keine Zustimmung für eine Gemeinde, wie sie etwa im Milower Land besteht.





