Dampferfahrt des Seniorenbeirates
Am frühen Nachmittag strömten am vergangenen Donnerstag Brandenburger Seniorinnen und Senioren zum Salzhofufer.132 Personen gingen an Bord der Fritze B. und nahmen an der Fahrt des Seniorenbeirates teil. Zwei Stunden Zeit, um neben einer Besichtigung der Havelstadt vom Wasser aus das Thema der aktuellen Hitzeproblematik zu diskutieren.
Die Diskussion eröffnete der Vorsitzende des Seniorenbeirates Andreas Erlecke (Senioren Union der CDU ) mit den folgenden Worten ein: „Hitzewellen sind heute längst keine Extremereignisse, sondern Teil unseres Alltags.“
Deutschland erlebe immer häufiger andauernde Hitzewellen. Wurde 2025 der heißeste jemals in Westeuropa gemessene Juni mit Temperaturen von knapp 40 Grad gemessen, wurden diese 2026 getoppt. Hitze belastet die Menschen in lebensbedrohlichem Maße.
Diese Entwicklung fordert entschlossenes Handeln. – zum Schutz unserer Gesundheit, zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität in unseren Städten und Gemeinden und zur Bewahrung unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Klimaschutz und Klimaanpassung gehören
Erlecke beschrieb die besondere Gefährdung der älteren Generation. Erschreckend sei die Entwicklung der Zahl der hitzebedingten Todesfälle. So starben im heißen Jahr 2025 über 2500 Menschen aufgrund der Hitze. Im Jahr 2026 starben bis Ende August fast 15.000. Besonders gefährdet sind dabei ältere Menschen. 75 Prozent der Hitzetoten sind über 75 Jahre alt. Weitere 14,5 Prozent umfasst die Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen.
Ältere Menschen leiden besonders unter der Hitze. Die natürliche Regulierung der Körpertemperatur setzt bei ihnen oft zu spät und zu gering ein. Dies erschwert die Wärmeabgabe. Ältere trinken of zu wenig. Dabei weisen ältere Menschen häufiger Risikofaktoren wie z.B. schwächere Herz- und Kreislaufsysteme, Vorerkrankungen der Atemwege, Diabetes auf.
Einig waren sich alle Teilnehmer, dass die steigende Hitze ein ernsthaftes und bedrohliches Problem ist. Sie fordern entschiedenes Handeln gerade der kommunalen Politik.
Unsere Kommunen müssen sich besser und schneller auf die unvermeidbaren Folgen höherer Temperaturen und häufiger Extremereignisse vorbereiten. Kurzfristig erwarten die Senioren die Bereitstellung von kühlen Rückzugsorten. Haltestellen des ÖPNV sollten, wo immer möglich, überdacht und beschattet werden.
Besonders wichtig ist die Bereitstellung von kostenlosem Trinkwasser im öffentlichen Bereich und an Orten mit einem hohen Publikumsverkehr. Dies schützt Menschen vor Dehydrierung und deren gesundheitlichen Folgen. Zahlreich waren die Bestätigungen der Seniorinnen und Senioren für diese Forderung. Einhellig unterstützten die Senioren diese Forderung. Auch mehr frei zugängliche Toiletten im öffentlichen Raum werden benötigt. Sie nützen Touristen, vor allem auch älteren Menschen, die oft zu wenig trinken, wenn sie wissen, dass unterwegs kein WC erreichbar ist.
Weitere Forderungen, die in vielen Gesprächen formuliert wurden, waren jene nach einer besseren grünen Infrastruktur, nach Stadtgrün und Schatten spendenden Bäumen, sowie mehr begrünte Dächer und Gebäudefassaden. Gewünscht wurde auch die Einrichtung von sogenannten Nebelduschen im Stadtgebiet, die eine wirksame Abkühlung möglich machen.
Weiterhin müsse eine Klimatisierung von Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern in Angriff genommen werden. Das Personal in Kitas, Schulen, Pflege und Krankenversorgung müsse im Umgang mit Hitze geschult werden.
Der Seniorenbeirat überreichte allen Teilnehmern einen von der Senioren Union entwickelten Notfall-Info-Pass. Diesen sollte jeder bei sich führen, damit im Notfall wichtige Gesundheitsdaten Hilfeleistungen schneller möglich machen. Andreas Erlecke appellierte am Schluss: „Besonders wichtig ist es, dass wir zuhause, im Nachbarschaftsverbund wie auch im öffentlichen Raum wieder mehr auf unsere Mitmenschen achten. Schauen wir, wie es anderen geht und scheuen wir uns nicht, unsere Hilfe anzubieten.“





