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Freitag, 8. Mai 2026

Christliche Hilfsorganisation WEC und Hochschule Anhalt planen und bauen eine Vorschule auf der afrikanischen Insel São Tomé

Potsdam Mittelmark
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Das Team für „Nova Canaã“: Die Studierenden der Hochschule Anhalt mit weiteren Helfern beim Packen der Container in Reckahn. Foto: A. Linckus

Geschäftiges Treiben herrschte dieser Tage in Reckahn. 16 Architektur-Studierende der Hochschule Anhalt füllten gemeinsam mit ihrem Dozenten Professor Michael Kuhn und dem Ehepaar Kerstin und Joachim Schulze von der christlichen Hilfsorganisation WEC zwei Überseecontainer mit allem, was es an Baumaterialien braucht, um eine Vorschule mit integriertem Gemeindezentrum zu errichten. Das Ziel: die afrikanische Insel São Tomé im Golf von Guinea.

18 Kilometer südlich der gleichnamigen Hauptstadt liegt die ländliche Gemeinde Agua Izé. Hier gingen bis zu 75 Mädchen und Jungen in den Kindergarten „Nova Canaã“ – die einzige Bildungseinrichtung in der Region, die die Chance auf einen guten Start ins Leben bot. Doch Termiten haben das Holz zerfressen, das Meerwasser und die starke Luftfeuchtigkeit haben das Wellblechdach zerstört. Zudem platzte das Haus mit 25 Kindern pro Gruppenraum buchstäblich aus allen Nähten.​

An dieser Stelle trat das Ehepaar Schulze auf den Plan, das seit 2015 als Mitarbeiter des christlichen Vereins WEC Deutschland auf der Insel Vorschulprogramme für drei- bis fünfjährige Kinder in sozialschwachen Regionen fördert. Beim Campusfest 2024 kamen sie in Kontakt mit der Hochschule Anhalt. Hier planen, entwickeln und betreuen seit 2007 Studierende der Hochschule innovative Bauprojekte in strukturschwachen Regionen weltweit und lernen dabei, ihre handwerklichen, sozialen und interkulturellen Kompetenzen zu erweitern. Im Herbst des vergangenen Jahres wurde gemeinschaftlich und mit Unterstützung des Mirador e.V. das Projekt „Ein Vorschulgebäude für São Tomé“ gestartet. 

Geplant ist ein eingeschossiger Bau auf einer Grundfläche von 200m² mit drei getrennten Gruppenräumen, einer Aula, einem Sanitärtrakt und einer separaten Küche mit Kalt- und Warmwasseranschluss, der als Vorschulgebäude und Gemeindezentrum genutzt werden kann. Die Bau- und Nebenkosten in Höhe von insgesamt rund 130.000 Euro werden komplett durch Spenden eingeworben. Eine weitere Herausforderung: Nahezu alle Baumaterialien müssen aus Deutschland mitgenommen werden, da es in São Tomé und Príncipe – dem zweitkleinsten Staat Afrikas  – keine Baustoffindustrie gibt und alle Baumaterialien wegen der herausfordernden klimatischen Bedingungen von sehr hoher Qualität sein müssen.

Also wird von der verzinkten Schraube über Fliesen, Farben und Fenster bis hin zum behandelten Holz für das Dach und die Wandverkleidungen alles mitgenommen – finanziert aus den Spendengeldern von Firmen und Privatpersonen. Einzig die Bäume für die Balken für den in Ständerbauweise zu errichtenden Neubau wurden auf São Tomé sorgfältig und einzeln ausgesucht – um die Ressourcen des UNESCO-Biosphärenreservats zu schonen. Auch die Bodenplatte für den soliden und nachhaltigen Schulneubau hat Entwicklungshelfer Joachim Schulze mit einem Team bereits vorbereitet und mit Anschlüssen für Wasser und Abwasser die nötige Infrastruktur geschaffen – für die in Agua Izé lebenden Menschen ein Meilenstein. 

Anfang Mai werden die beiden Container auf die Reise gehen, ein weiterer soll noch im Juni folgen, am 2. Juli soll das erste Team aus acht Studierenden, zwei Mitarbeitenden und einem Projektleiter in Agua Izé eintreffen, um den Neubau zu beginnen, ein zweites Team mit noch einmal acht Studierenden wird dann die Arbeiten weiterführen und beenden. Alles fertig sein soll im September dieses Jahres, mit dem Beginn des neuen Schuljahres, doch dafür wird noch Hilfe benötigt. Denn während die Finanzierung der Baumaterialien gesichert ist, steht die komplette Innenausstattung der Vorschule – von Stühlen über Tische bis hin zu Schränken – noch auf wackeligen Füßen.

Zudem werden auch noch professionelle Außenspielgeräte für den geplanten Spielplatz benötigt. Wer helfen kann und möchte, den Kindern in Agua Izé eine Chance auf frühkindliche Bildung zu geben, findet alle wichtigen Informationen hier:

Spendenkonto

Empfänger: WEC International e.V.

IBAN: DE34 5019 0000 0004 1320 09

BIC: FFVB DE FF

Verwendungszweck: Kerstin und Joachim Schulze, Kindergarten Nova Canaa

Durch kleine Gitterstäbe hindurch ist ein Hahnenkopf zu sehen. Der Hahn ist dunkelbraun mit einem roten Kamm.

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