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Freitag, 8. Mai 2026

Bürgergeld statt Arbeit: Wie viele Menschen haben im Havelland keine Lust auf bezahlten Job?

Havelland, Nauen, Rathenow
Agentur-für-Arbeit-Rathenow
Die Agentur für Arbeit in Rathenow: Hier werden aktuell insgesamt 703 von insgesamt 2.804 arbeitslosen Menschen betreut. 74,9 Prozent erhalten Bürgergeld vom Jobcenter. Symbolbild: René Wernitz

Agentur für Arbeit Neuruppin: Die monatlich verkündete Gesamtzahl der arbeitslos gemeldeten Leute im Landkreis Havelland setzt sich aus den jeweiligen Werten der Geschäftsstellen in Rathenow und Nauen zusammen, die aber nur Empfänger von klassischem Arbeitslosengeld (SGB III) betreuen. Bürgergeld (SGB II) gibt es von den Jobcentern.

Aktuell – zum 30. April 2026 – sind im Havelland 6.476 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 3.672 in Nauen und 2.804 in Rathenow. Kreisweit beläuft sich die Zahl der Bürgergeld-Empfänger auf 3.965 (61,2 Prozent aller Arbeitslosen). Der Anteil liegt für Nauen (1.864) bei 50,8 Prozent und für Rathenow (2.101) bei 74,9 Prozent.

Sprachliche Barrieren, andere Hürden oder einfach keine Lust? Nach Anfrage im für SGB-II-Leistungen und die Vermittlung von Bürgergeldempfängern in den Arbeitsmarkt zuständigen Jobcenter-Kreisdezernat über Gründe, die erfolgreiche Arbeitsvermittlung behindern, liegt BRAWO eine Antwort vor. In dieser wird erläutert: „Eine differenzierte statistische Erfassung im Sinne der Fragestellung – insbesondere eine eindeutige Zuordnung, ob Arbeitslosigkeit auf einzelne konkrete Ursachen wie sprachliche Barrieren oder persönliche Motivation zurückzuführen ist – liegt in dieser Form nicht vor. Grundsätzlich zeigt die Erfahrung, dass Arbeitslosigkeit im SGB II in der Regel durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren geprägt ist. Dazu können unter anderem fehlende oder noch auszubauende Sprachkenntnisse, gesundheitliche Einschränkungen, fehlende Qualifikationen, Betreuungsverpflichtungen oder strukturelle Bedingungen am Arbeitsmarkt zählen.“

Eine pauschale Aussage dahingehend, dass Menschen „nicht arbeiten wollen“, ließe sich auf Basis vorliegender Daten weder treffen noch statistisch belegen. Vielmehr stehe im Vordergrund, individuelle Unterstützungsbedarfe zu erkennen und gemeinsam mit den Betroffenen Wege in Beschäftigung zu entwickeln, wie es abschließend heißt.

Durch kleine Gitterstäbe hindurch ist ein Hahnenkopf zu sehen. Der Hahn ist dunkelbraun mit einem roten Kamm.

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