Brandenburger Landpartie 2026: Lucke-Hof in Premnitz wird zum Zielort
Der Lucke-Hof in Premnitz: Was macht ihn so besonders? Hier ist bäuerliche Existenz früherer Zeiten wie in einem Museum konserviert.
Der Hof ist mehr als 300 Jahre alt, damit um einiges älter als die nahe evangelische Kirche. Die Premnitzer Kernstadt war im Ursprung ein Fischerdorf. Im Mittelalter entwickelte sich auch Landwirtschaft. Unklar, wie lange vor 1722 schon ein Bauernhof in der Alten Hauptstraße 35 bestand. Das Jahr steht laut Dr. Ute Lucke-Polz für die Ersterwähnung.
Ihren Stammbaum kann sie zurückführen auf Nikolaus Lucke, der 1728 nach Premnitz kam. Er war ein Kossäte, also ein Kleinstbauer mit eher primitiver Hütte und sehr wenig Boden zum Bewirtschaften. Schon in der zweiten Premnitzer Lucke-Generation gelang der große Wurf. Liebe oder andere Form von Zuneigung hat sicher auch eine Rolle gespielt.
Nikolaus‘ Sohn Peter heiratete Marie Dorothea Leue (verwitwete Kaepernick), die den Hof an der Hauptstraße in die 1755 geschlossene Ehe mit einbrachte. Zum vorerst letzten männlichen Hofherren wurde Julius Wilhelm Paul Lucke (1907-1990). Dessen Tochter (achte Generation in Premnitz) ist die 1940 auf dem Hof geborene Dr. Ute Lucke-Polz, die ihn bereits der neunten (Tochter Dr. Silke Specht) und zehnten Generation (Enkel Arthur Specht) überschrieben hat. Der Hof kommt am 13. Juni 2026, ein Samstag, wieder groß raus.
Es ist 31. Brandenburger Landpartie. Der Lucke-Hof ist erneut einer der vielen märkischen Zielorte. 2025 zog es zehntausende Menschen zu mehr als 130 geöffneten Höfen. In Premnitz wird zur Landpartie wieder ein Backofenfest gefeiert. Los geht es bereits um 11.00 Uhr. Der alte Lehmbackofen wird angeheizt und Brot gebacken. Der Kuchen ist gegen 14.00 Uhr fertig. Zu Programmhöhepunkten zählen eine Schauschur hofeigener Schafe (13.30 Uhr) sowie ein Gastspiel der örtlichen Musikschule Fröhlich (14.00 Uhr). Gäste können sich über den Lucke-Hof führen lassen und die Geschichtsgalerie besichtigen.
Besonderer Clou für alle, die gern mehr über ihre eigenen Vorfahren in Erfahrung bringen wollen, ist der Info- und Bücherstand von Olaf Jablonsky. Er ist Gründungsmitglied der Brandenburgischen Genealogischen Gesellschaft „Roter Adler“ e.V. (BGG) und seit fast 20 Jahren in verschiedenen Funktionen Mitglied des Vorstands. Genealogie steht für Ahnen- bzw. Familienforschung.
Wer weiß, wie viele Gäste aus der Region womöglich über „zehn Ecken“ mit Ute Lucke-Polz, ihrer Tochter und ihrem Enkel verwandt sind. In früheren Zeiten waren mehr als ein, zwei Kinder familiärer Standard. Nicht selten überlebten mehr als zwei sogar die Jugendzeit, heirateten und bekamen eigene Kinder.
Auf dem Lucke-Hof war es üblich, dass der Erstgeborene stets alles und alle anderen Luckes nichts erbten. Daher blieb viel von altem Inventar vor Ort erhalten. In diesem Museum atmet man bäuerliche Geschichte praktisch in jedem Winkel.





