Bewährtes System statt Blühwiesen-Experiment
Bereits auf der vergangenen Ortsbeiratssitzung in Jeserig war die Grünflächenpflege im Ort ein Thema. Nun wurde es in Anwesenheit von Mitarbeitern des Bauhofs noch einmal in einer Zusammenkunft mit den Bürgern beraten. Im Vorfeld hatte Ortsvorsteher Manfred Rabinowitsch eine Umfrage zur Grünflächenpflege gestartet, um die Meinung der Einwohner erfassen zu können. Von den 85 Haushalten im Ort erhielt er 25 Rückmeldungen.
Besonders der See stand im Mittelpunkt. Dieser ist nicht nur ein Aushängeschild für die Bewohner selbst, sondern wird auch gern von Radwanderern und Touristen besucht. An dem Abend konnte auch der Bauhof seine Sicht der Grünflächenpflege in den Ortsteilen darlegen.
Die Mitarbeiter sind für 14 Ortsteile verantwortlich, das entspricht etwa einem Drittel der Fläche von Berlin. Da ist ein monatliches Mähen, wie oft gewünscht, einfach nicht zu schaffen. Derzeit kommen die Mitarbeiter dreimal im Jahr in die Orte und gegebenenfalls vor großen Veranstaltungen. Wichtig ist dem Bauhof deshalb, dass die Orte einen Veranstaltungsplan einreichen, damit auf alle Fälle vor den Festen noch einmal gemäht werden kann. Gibt es sonst Probleme jeglicher Art, ist der Bauhof per Telefon oder Mail erreichbar. „Wir versuchen dann, uns schnellstmöglich zu kümmern“, sagte Bauhofleiter Wolfgang Eilert.
Im vergangenen Jahr hatten die Jeseriger einen Plan zur Grünflächenpflege entwickelt. Es sollte zu unterschiedlichen Zeiten, außerhalb der Routinen des Bauhofs, zusätzlich gemäht werden. Der Gedanke dabei war, auch Blühflächen entstehen zu lassen. Der Plan hat nicht zum gewünschten Erfolg geführt und wird nun verworfen. Man kehrt zum altbewährten System zurück. „Aus einem Rasen wird nicht einfach eine Blühwiese“, so das Echo der Bürger. Dafür müssen ganz spezielle Voraussetzungen vorhanden sein. Insbesondere ging es immer um den Seeberg, auf dem im Sommer viele Grasnelken blühen. Schon aufgrund der örtlichen Gegebenheiten sei es ein Problem dort zu mähen.
Im vergangenen Jahr waren sich die Bürger zum einen nicht immer einig, wer was wann mäht. Andererseits ist bei vielen kleineren Ecken Handarbeit erforderlich. Deshalb sollte nun Klarheit geschaffen werden, was wann und durch wen gemäht wird. Ein besonderes Problem ist überall der Sauerampfer, der sich unkontrolliert vermehrt und ganze Flächen überwuchert. Ihn zu beseitigen sei eine Sisyphusaufgabe. Es bleibt nur das Ausstechen, da eine chemische Behandlung nicht mehr erlaubt ist. Aber die Jeseriger stellen sich auch dieser Aufgabe.
Auch der Sportplatz war im Gespräch. Dieser soll mit Fördermitteln neu hergerichtet werden. Dann müsse er auch intensiver gepflegt werden, meinen die Bürger. Vom Kauf eines eigenen Rasentraktors für den Ort riet Wolfgang Eilert jedoch ab. Erfahrungen aus anderen Orten zeigen, dass es nicht funktioniere, wenn mehrere Personen diesen benutzen. Meist bleibt die Wartung auf der Strecke. Und an kleinere Ecken, die der Traktor nicht erreicht, muss dann doch der Bauhof ran. Es gäbe aber die Möglichkeit, Spritkosten erstattet zu bekommen, wenn eigene Geräte benutzt werden. So bleibt es also nun wieder dabei, dass dreimal jährlich vom Bauhof gemäht wird und die Bürger bei Notwendigkeit selbst Hand anlegen.





