Auf Friedhof in Rathenow – Fährmann bei letzter Reise
Am 3. September 2026 führt Christina Otto vom Memento e.V. über den Historischen bzw. Evangelischen Friedhof (Weinberg) in Rathenow. Im Fokus stehen Grabstätten bedeutender Optik-Leute. Ein prominenter Bildhauer verewigte sich durch Kunstwerke.
Torhaus aus dem 18. Jahrhundert, Auferstehungskirche aus dem frühen 20. Jahrhundert: Dazwischen befinden sich etliche Gräber mit Optik-Hintergrund – so das von Johann Heinrich August Duncker, der vor 225 Jahren die optische Industrie in Rathenow begründet hatte. Wo es hinter der Kirche rüber zum unmittelbar benachbarten Städtischen Friedhof geht, zieht eine hohe und sehr schlanke Gestalt aus Metall die Blicke auf sich.
Sie steht mit langem Paddel in einem Kahn. Fährmann heißt das Kunstwerk, geschaffen vom Rathenower Bildhauer Volker Michael Roth (1944-2008). Kahn und Fährmann stehen hier wohl für die letzte Reise, wie sie sich die Menschen vor Jahrtausenden vorstellten.
Styx hieß der Fluss im antiken Griechenland, der die Welt der Lebenden von jener der Toten trennte. Charon war der Fährmann. Er war allerdings eine ehe finstere Gestalt und brachte Verstorbene ins Reich des Hades. Pharaonen in Ägypten sollten auf Totenbarken ins jenseitige Reich des Osiris gelangen.
Die Wikinger bestatteten Herrscher mitunter samt ganzer Schiffe in Grabhügeln. 27 Meter lang und 4,5 Meter breit war das Schiff, dessen Reste 1939 bei Sutton Hoo (England) entdeckt wurden. Man geht davon aus, dass es sich um eine Grabstätte aus dem 7. Jahrhundert handelt.
Derjenige, der den Fährmann in Rathenow schuf, wurde 2008 woanders auf dem Historischen Friedhof bestattet. Die Grabstätte ist an einer kleinen Bank aus Metall und zwei Objekten darauf zu erkennen. Volker Michael Roth hat sie selbst für sich entworfen und gestaltet.
Die Führung am 3. September beginnt um 16.00 Uhr. Treff ist am Torhaus.





