Auf den Spuren der Ziesaraner Fotografen: Heimatmuseum erinnert am 6. September an Fotograf und Musiker Erich Höpfner
Fotografie hält Erinnerungen fest – und erzählt damit zugleich ein Stück Stadtgeschichte. Im Heimatmuseum Ziesar auf dem Wirtschaftshof der Burg widmet sich derzeit eine Ausstellung den Fotografen der Stadt und der Entwicklung der Fotografie und Postkarte von 1878 bis 1989. Die Schau, die der Kultur- und Heimatverein Ziesar (KHV) am 17. Mai eröffnet hat, ist inzwischen zu einem Besuchermagneten geworden.
Am Sonntag, 6. September, von 13 bis 17 Uhr steht dabei eine besondere Persönlichkeit im Mittelpunkt: der Ziesaraner Fotograf Erich Höpfner. Der KHV möchte an diesem Nachmittag an sein Leben und Wirken erinnern und zugleich seine Bedeutung für das kulturelle Leben der Stadt würdigen.
Erich Höpfner eröffnete am 1. April 1957 in der Schulstraße 1 sein Fotogeschäft und war bis 1988 als Fotograf in Ziesar tätig. Sein eigentliches Interesse galt jedoch nicht nur der Fotografie, sondern vor allem der Musik. Aus gesundheitlichen Gründen musste er seinen ursprünglichen Berufswunsch, Musiker zu werden, aufgeben und erlernte stattdessen das Fotografenhandwerk.
Seiner Leidenschaft für die Musik blieb Höpfner dennoch ein Leben lang treu. Er engagierte sich im damaligen Blasorchester Ziesar und bildete dort junge Musikerinnen und Musiker an Holzblasinstrumenten aus. Einige seiner ehemaligen Schülerinnen und Schüler musizieren teilweise noch heute in Orchestern. Gemeinsam mit dem damaligen Vorsitzenden des Kulturbundes Ziesar, Willi Ebert, gründete Höpfner später zudem eine Instrumentalgruppe. Nach der politischen Wende 1989 entwickelte sich daraus die Gruppe „Burgmusikanten aus Ziesar“.
Der Kultur- und Heimatverein möchte deshalb insbesondere ehemalige Musikschülerinnen und Musikschüler von Erich Höpfner erreichen. Sie sind eingeladen, am 6. September ins Heimatmuseum zu kommen und gemeinsam Erinnerungen an den Fotografen und Musiker auszutauschen. Musikinstrumente sowie Erinnerungsfotos von Erich Höpfner oder der ehemaligen Instrumentalgruppe des Kulturbundes Ziesar können gerne mitgebracht werden.
Die Ausstellung selbst gibt einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Fotografie in Ziesar. Präsentiert werden Leben und Wirken der Fotografen Otto Berg, Max und Egbert Schütze, der Familie Paul Kaczmarek sowie Erich Höpfner. Persönliche Fotos, Familienalben und Erinnerungsstücke wurden von Nachfahren und Ziesaranern zur Verfügung gestellt.
„Chronisten und Ziesaraner haben dafür persönliche Bilder aus Familienalben und Sammlungen zur Verfügung gestellt. Viele Erinnerungsfotos sind in der Ausstellung zu bestaunen“, berichtet Silvia Zimmermann, Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins Ziesar.
Auch die Geschichte der Fototechnik wird lebendig. Der Fotograf Hans Uwe Salge aus Brandenburg unterstützte die Gestaltung der Ausstellung und stellte aus seinem persönlichen Besitz zahlreiche historische Fotoapparate und Fotografien zur Verfügung. Dabei wird deutlich, wie sehr sich das Fotografieren im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Lange bevor digitale Kameras und Smartphones zum Alltag gehörten, entstanden Familienbilder, Porträts, Momentaufnahmen, Ereignis- und Architekturfotografien mit viel Geduld und handwerklichem Können.
Gerade diese Rückbesinnung auf die analoge Fotografie macht für Salge den besonderen Wert der Ausstellung aus. Fotografie – im ursprünglichen Sinne „Malen mit Licht“ – dokumentierte nicht nur Menschen und Gebäude, sondern bewahrte persönliche Erinnerungen für kommende Generationen.
Wer die Ausstellung besuchen oder am Erinnerungstreffen zu Erich Höpfner teilnehmen möchte, hat dazu am Sonntag, 6. September, von 13 bis 17 Uhr Gelegenheit. Weitere Öffnungstermine sind Sonnabend, 19. September, und Sonntag, 20. September, jeweils von 13 bis 17 Uhr.
Für Gruppen können außerhalb der regulären Öffnungszeiten Besichtigungstermine vereinbart werden. Informationen und Anmeldungen sind bei der Tourist-Information Ziesar unter 033830 – 12735 möglich.





