Aktionstag: 60 Menschen gestalten eine Fassade im ehemaligen ACZ.
Wo jahrzehntelang verwitterter Beton stand, leuchten jetzt Farben. Rund 60 Menschen haben Mitte August eine der großen grauen Hallen auf dem Gelände des ehemaligen Agrochemischen Zentrums (ACZ) besprüht — Kinder, Jugendliche, Eltern, Großeltern, alle mit Dose oder Schablone in der Hand.
Für viele war es das erste Mal überhaupt, dass sie eine Sprühdose in der Hand hielten. Vorkenntnisse brauchte niemand: Das Werkstatt-Setting war offen, die Teilnahme kostenfrei, das Material wurde gestellt, und wer nur eine Stunde Zeit hatte, konnte auch nur eine Stunde bleiben.
Der Aktionstag knüpft an das Projekt „Vielfalt sprüht — gemeinsam bunt statt grau“ an, das 2025 mit zwei Sprayaktionen in Reetzerhütten deutlich mehr Zulauf fand als erwartet. Das ACZ-Gelände selbst befindet sich im Umbruch. Auf rund fünf Hektar entstehen aus den Hallen des früheren Agrochemischen Zentrums nach und nach Werkstätten, Studios und Atelierräume; parallel läuft das Bebauungsplanverfahren der Gemeinde Wiesenburg/Mark. Die farbige Fassade ist damit mehr als Dekoration — sie macht sichtbar, dass hier ein Ort neu besetzt wird.
Ein zweiter Aktionstag folgt am 20. September von 11 bis 14 Uhr im Rahmen des Spätsommerfests. Wer mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, Materialien werden gestellt. Gefördert wird das Projekt durch die Partnerschaft für Demokratie Hoher Fläming im Bundesprogramm „Demokratie leben!“.
Spätsommerfest im Blick
Nina Stemberger, die Initiatorin der Aktion, hat auch für das kulturelle Nachmittagsprogramm zum Spätsommerfest gesorgt. Um 16 Uhr wird das Tüffteltheater aus Berlin mit dem Stück „Die ko(s)mische Reise“ auftreten, danach gibt es einen musikalischen Ausklang bei Speis und Trank und den Abschluss vom Stadtradeln.





