90 Quadratkilometer bei Rathenow – Gefahr für Leib und Leben
Raus in die Natur, wo es vielleicht Ostereier und -hasen gibt. Doch bestehen um Rathenow einige Bereiche unter freiem Himmel, wo strenge Regeln zu beachten sind. In einem besteht sogar Gefahr für Leib und Leben.
Wen es jetzt in Wälder und auf Wiesen zieht, der steht nicht selten vor Schranken und Schildern. Wo etwa Naturschutzgebiete angezeigt sind, muss man auf bestehenden Wegen bleiben. Gar nicht erst betreten bzw. befahren darf man ein rund 90 Quadratkilometer großes Stück Natur westlich von Rathenow. Wölfe, die hier auf Beute aus sind, würden sicher die geringste Gefahr darstellen.
Immer wieder lässt die Kommandantur des Truppenübungsplatzes Klietz klar wissen: „Das gesamte Truppenübungsplatzgelände ist militärischer Sperrbereich!“. Die Grenzen seien durch Warntafeln kenntlich gemacht, die Zufahrtsmöglichkeiten durch Schranken und andere Absperreinrichtungen abgesichert. Das unbefugte Betreten und Befahren des Truppenübungsplatzes, das Umgehen, Umfahren und Öffnen geschlossener Schranken sowie das widerrechtliche Aneignen von Geräten sei verboten. Das Aneignen von Munition und Munitionsteilen sei lebensgefährlich und deshalb strengstens verboten. „Alle Zuwiderhandlungen werden strafrechtlich verfolgt.“
Nicht nur Blindgänger sind gefährlich: Übungen von Kraftfahrzeugen, Straßenverschmutzungen, marschierende Soldaten, unbeleuchtete und getarnte Kraftfahrzeuge sind zudem eine ständige Gefahr“, wie die Kommandantur aktuell wieder wissen lässt. Hier erläutert die Bundeswehr das Portfolio des Truppenübungsplatzes.
Deutlich wird, dass auch scharf geschossen wird. Beispielsweise bei Handwaffen bis Kaliber 12,7 Millimeter kann Gefechtsmunition verwendet werden – auch bei Panzerabwehrhandwaffen, Bordmaschinenkanonen bis Kaliber 30 mm und Bordkanonen bis 120 mm. Letztere befinden sich an den Türmen von Kampfpanzern wie dem Leopard 2. Schießzeiten werden allerdings angekündigt. Vor Ostern ballert es letztmals am Freitag, 27. März 2026, zwischen 7.00 und 14.30 Uhr.
Den Truppenübungsplatz hat die Bundeswehr 1990 von der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR übernommen. 35 Jahre später gab es erstmals einen Tag der offenen Tür. Tausende Leute aus der Region ließen sich das im Juli 2025 nicht entgehen und schauten weit hinter die Schranken.





