150 Jahre altes Kaffeeservice der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin zurück im Domstift Brandenburg
Ein längst verloren geglaubtes Mokkaservice des Domkapitels aus den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts befindet sich endlich wieder im Besitz des Domstifts.
Im Februar 2026 übergab Ulrich Gräber, der frühere Rentmeister des Domstifts, dem Dommuseum ein elfteiliges, sehr gut erhaltenes Mokkaservice der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM), eine Untertasse, hergestellt in der Pirkenhammer Porzellanfabrik Böhmen, und zwei Mokkatassen, die über keine Porzellanmarke verfügen und somit unbekannter Herkunft sind.
Im Einzelnen handelt es sich um eine große Kaffeekanne, eine kleine Sahnekanne, eine Zuckerschüssel, sechs Mokkatassen sowie fünf Untertassen. Die Familie Gräber hatte das Geschirr davor gerettet, vernichtet zu werden, und es die letzten Jahre sorgfältig aufbewahrt. Jetzt entschieden sie sich, es dem Dommuseum zurückzugeben. Das Domstift Brandenburg ist der Familie Gräber dafür sehr dankbar.
Jedes Stück ist handbemalt und mit schwarzer und goldener Farbe in feinen Linien dekoriert. Bis auf die Untertassen sind die Porzellanteile mit dem Domstiftswappen, den gekreuzten Schlüsseln, in schwarz versehen. Die beiden Kannen und die Zuckerdose gehören zum KPM-Servicemodell „Neuberliner Form“. Die Tassen hingegen sind Einzeltassen. Das legt die Vermutung nahe, dass sich das Domkapitel das Service aus dem Angebot von KPM Berlin und anderen Manufakturen selbst zusammengestellt hat.
Die Recherche in enger Zusammenarbeit mit dem KPM-Archiv in Potsdam zeigt, dass das KPM-Service im September 1877 bei der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin bestellt wurde. Die Einträge in dem Malerei-Bestellungsbuch der Jahre 1876/77 liefern eine detailreiche Beschreibung der Bestellung des individuell zusammengestellten Service und den Vorstellungen zur Gestaltung.





