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Freitag, 4. September 2026

Mit Kindern über den Tod sprechen

Jüterbog
Schulgarten
Im Schulgarten pflanzten die Schüler Bohnen - ein Symbol für den Kreislauf des Lebens: Aus dem Samen entsteht mit Pflege neues Leben, die Pflanze wächst, trägt Früchte, verwelkt und hinterlässt neue Bohnen, aus denen erneut Leben entstehen kann. Foto: Elke Lange

Manche Fragen kommen unvermittelt, direkt aus kindlicher Neugier – und treffen Erwachsene mitten ins Herz. Warum sterben Menschen? Wie merke ich, dass jemand tot ist? In der Projektwoche „Hospiz macht Schule“ an der Geschwister-Scholl-Grundschule in Jüterbog bekommen Kinder Raum, genau über diese Fragen zu sprechen. Offen, ehrlich und ohne Tabus.

Bereits im vergangenen Jahr war das Projekt an der Schule zu Gast. „Wir haben grundsätzlich gute Erfahrungen gemacht“, sagt die stellvertretende Schulleiterin und Projektinitiatorin Antje Zienicke. Die positive Resonanz habe gezeigt, dass sich die Fortsetzung lohne. Deshalb fand die Projektwoche nun bereits zum zweiten Mal kurz vor den Sommerferien statt. Aus Kapazitätsgründen ist zudem eine weitere Woche mit Beginn des neuen Schuljahres geplant.
„Das Konzept ist auf das dritte und vierte Schuljahr ausgerichtet“, berichten Mirjam Lust und Maik Paul, die ehrenamtlich vor Ort sind, zum Team „Hospiz macht Schule“ gehören und vom Palliativnetzwerk Luckenwalde unterstützt werden. Gemeinsam mit den Kindern schauen sie unter anderem das Video „Wie ist das mit dem Tod?“ aus der Reihe „Willi wills wissen“ und greifen das Gesehene auf. Für viele Kinder ist Willi längst ein vertrauter Begleiter. Er ist in ganz Deutschland unterwegs, um Berufe, Orte, Abläufe und Zusammenhänge zu erkunden.

„Der Himmel geht über allen auf“ stimmen Schüler an, die bereits im Vorjahr an der Projektwoche teilgenommen haben und die Ehrenamtlichen wiedererkennen. Das Lied bildete das Leitmotiv.

Trauer hat viele Gesichter. Mal ist es der Verlust eines nahen Angehörigen, mal der Tod eines geliebten Haustiers, der eine schmerzhafte Lücke hinterlässt. Manche Kinder werden still, andere stellen viele Fragen, wieder andere suchen Trost im Gespräch, im Malen oder im gemeinsamen Singen.

Genau dort setzt das Projekt an: Es will Kinder mit ihren Sorgen und Ängsten nicht allein lassen. Stattdessen sollen sie lernen, eigene Gefühle wahrzunehmen, Verluste einzuordnen und Wege zu finden, mit schwierigen Lebenssituationen umzugehen.

Die geschulten Ehrenamtlichen begleiten die Kinder dabei behutsam und mit viel Offenheit. Besonders wichtig ist Mirjam Lust und Maik Paul, die Kinder dort abzuholen, wo sie gerade stehen. Denn Trauer folgt keinem festen Muster. Entscheidend ist: Alle Gefühle sind erlaubt. Kein Kind muss sich für seine Trauer schämen.
„Hospiz macht Schule“ bringt damit ein Thema in die Klassenzimmer, das im Alltag oft ausgeklammert wird, obwohl es zum Leben dazugehört. Vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft dieser Projektwoche: Dass auch über die schweren Dinge des Lebens gesprochen werden darf – liebevoll, behutsam und ohne Angst.

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