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Sonntag, 14. Juni 2026

Wenn Stadtbäume Durst haben

Bad Belzig
Gießausweise
Die Aktion „Gießheld:innen gesucht – Bad Belzig gießt!“ soll das Engagement für das Stadtgrün sichtbar machen. Foto: Eva Loth

Der Klimawandel und die hohen Sommertemperaturen machen auch den Stadtbäumen in Bad Belzig zunehmend zu schaffen. Besonders belastet sind jene Bäume, die im Innenstadtbereich stehen. Nach dem Winter ist ihre Lage oft besonders kritisch, da sie für den Austrieb viel Kraft benötigen. Dabei erfüllen die Bäume nicht nur eine wichtige gestalterische Funktion im Stadtbild, sondern spenden an heißen Tagen auch Schatten und tragen so zum Stadtklima bei. Um die Bäume zu unterstützen, haben neuland21 und die Werkstatt für lebenswerte Zukunft Bad Belzig gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern die Initiative „Gießheld:innen gesucht – Bad Belzig gießt!“ gestartet.

„Wir haben die Stadt gefragt, wo sie zum Thema Klima Unterstützung brauchen“, erklärt Anna Momburg von neuland21. Bereits im vergangenen Jahr wurden Klimaanpassungsmaßnahmen von den Stadtverordneten beschlossen, die nun umgesetzt werden sollen und müssen. „Ein besonderes Augenmerk wollen wir auf das Stadtgrün lenken“, so Anna Momburg. Viele Akteure machen bereits etwas zum Thema Wasser, aber allein ist es nicht zu schaffen, man braucht die Unterstützung der Bürger. Gemeinsam mit der Kreisvolkshochschule wurde am 23. April deshalb zu einem Stadtspaziergang eingeladen. Ziel war es, herausfinden, wie es den Bäumen in Bad Belzig nach dem Winter geht.
Begleitet wurde der Spaziergang von Karina Tischer aus dem Sachbereich Grünflächen und Umwelt der Stadt. Mit viel Fachwissen und Begeisterung führte sie durch die Stadt und stellte die unterschiedlichen Bäume entlang der Route vor – von der jungen Robinie auf dem Marktplatz über die drei Linden am Eiscafé und den Spielplatz am Maierhof bis hin zu den Moorbirken in der Nähe der Polizei. Auch die Birken am Spielplatz neben dem Freibad wurden in Augenschein genommen. Abschließend ging es zu den sogenannten Klimabäumen am Kulturzentrum, die das Gelände langfristig in einen Park verwandeln sollen. Alle diese Standorte sind mit Bodensensoren der Wassermeisterei ausgestattet. Mithilfe der sogenannten „Wasserkarte“ lässt sich nachvollziehen, ob die Böden ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt sind. Mithilfe eines QR-Codes kann man gleich am Standort sein Handy zücken und nachschauen. Damit die Bürger den Bäumen auch vor Ort helfen können, gibt es in der Stadt bereits zwei Wassertanken. Eine steht direkt auf dem Marktplatz, die andere im Klinkengrund.

Zusätzlich gibt es im Rahmen des Projektes viele Workshops, um das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten und ein Bewusstsein dafür zu schaffen. Im Moment liegt der Fokus vor allem auf den jungen Bäumen, aber auch auf denen, die bei vielen Menschen direkt vor der Haustür stehen. Auf der Internetseite beteiligung.bad-belzig.de können Bürger nachsehen, welche Bäume gegossen werden sollen und eintragen, welche Bäume sie gegossen haben. Dafür hat die MitMachWerkstatt „Gießheld:innen – Ausweise“ angefertigt. Diese kann man sich abstempeln lassen. Am Jahresende gibt es für die meisten Gießaktionen und Beteiligungen auch eine kleine Aufmerksamkeit.

Was war nun das erste Ergebnis des Spaziergangs? Für jeden Standort gibt es den passenden Baum. Ob stark versiegelte Flächen oder grüne Oasen – auch in Bad Belzig sind die Bedingungen vielfältig. Entsprechend groß ist die Bandbreite der gepflanzten Arten. Vor allem an Spielplätzen wurden in den vergangenen Jahren viele junge Bäume gesetzt. Deren anfängliche Pflegephase ist inzwischen abgeschlossen – jetzt sind sie auf Unterstützung der Bad Belziger angewiesen. Auch der Bauhof der Stadt ist hier im Einsatz, doch brauchen sie bei dieser Aufgabe dringend noch helfende Hände. Hat ein Baum die ersten fünf Jahre gut überstanden, stehen seine Chancen sehr gut, dauerhaft zu gedeihen.
Zum Abschluss des Tages erläuterte Daniel Diehl im Kulturzentrum noch einmal die Wassersensoren. Diese befinden sich nicht nur in Bad Belzig, sondern inzwischen auch an verschiedenen anderen Orten der Region. Weitere Informationen zu der Aktion gibt es auf der Homepage beteiligung.bad-belzig.de.

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